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Russisch. Deutsch. Land.

"Uns wurde erzählt, dass hier die Straßen mit Shampoo gewaschen werden, dass hier alles aus Marmor gemacht ist", erinnert sich die sechzehnjährige Russlanddeutsche Erika. Ihr Deutschlandbild war das von einem "Märchenland" - dem die Realität nicht standhalten konnte. Zwei Millionen Russlanddeutsche sind seit 1990 nach Deutschland gekommen. Hier leben die Auswanderer zwischen zwei Kulturen - zwischen der deutschen und ihrer eigenen, russischen: In Deutschland gibt es mittlerweile über 50 russische Lebensmittelläden und viele russische Sportvereine. Die Integration ist problematisch. In den Zeitungen häufen sich Berichte über Gewaltbereitschaft, Kriminalität und Alkoholkonsum von russisch-deutschen Jugendlichen. Doch ist diese Migrantengruppe wirklich besonders auffällig? Russlanddeutsche und Experten nehmen Stellung. Bonusmaterialien ergänzen und vertiefen den Hauptfilm. Sie sind nur auf der DVD verfügbar - bis auf einen Film, der einen Überblick über die Geschichte der Emigration von Deutschen in das ehemalige Russland gibt. Hauptfilm Russisch. Deutsch. Land. Bonusmaterialien Geschichte der Emigration von Deutschen in das ehemalige Russland

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Fernsehgrüße von West nach Ost

1986, drei Jahre vor dem Mauerfall: die "Fernsehpostkarte" erblickt kurz, aber heftig das Licht der Welt. 18 aus der DDR ausgereiste Frauen, Männer, Paare und Familien schickten kurze Grüße in den Osten - per TV über die Mauer hinweg. Die am Stück gesendeten Postkarten - ein "Kleines Fernsehspiel" im ZDF - bestechen durch ihre Originalität und Vielfalt. Nur drei Beispiele: Nina Hagen grüßt die Bonzen in Wandlitz, der Friedensaktivist Roland Jahn vergleicht Knasterfahrungen in Ost und West, Ingrid P. schildert ihre abenteuerliche Ausreise. In der ZEIT schrieb Martin Ahrends am 24.10.1986: "Den DDR-deutschen Betrachtern wird 'Westfernsehen verkehrt’ geboten; die Mattscheibe ist mit einem Mal nicht mehr das Schlüsselloch zur lockenden Fremde, sie sehen ihresgleichen sehnsüchtig herüberwinken, jemand stößt sein Glas gegen diese Scheibe, jemand setzt einen Kuß darauf, große Augen und Münder, wie im Aquarium: 'Det Anfassen fehlt!' Wie fern die Welt hinter der Scheibe ist, wird wohl erst bemerkbar, wenn die Nächsten drüben sind, wenn die Scheibe trennt, statt zu verbinden."