Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Gartenbau: Pflanzenschutz

Um einen möglichst sparsamen und nützlingsschonenden Pflanzenschutz durchführen zu können, ist es wichtig, das Auftreten der Schädlinge und Nützlinge in der Obstanlage genau zu verfolgen. Die stetige Nützlingsförderung und das gezielte Ausbringen von Nützlingen beispielsweise nach der Auswertung von Fruchtholzuntersuchungen zur Ruhephase der Obstanlage sind hier hierbei wichtige Maßnahmen. Die Nützlingsförderung fordert gute Kenntnisse über Schadbilder, Schaderreger in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien und die unterschiedlichen Nützlingsarten und ihre Bedürfnisse. Da aufgrund der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau nur sehr wenige Mittel zum Pflanzenschutz erlaubt sind, können solche Kenntnisse jedoch als notwendige Voraussetzung für einen erfolgreichen ökologischen Obstbau angesehen werden. Der Pflanzenschutz im ökologischen Obstbau arbeitet mit umweltschonenden Maßnahmen, bei denen es nicht darum geht, Schaderreger vollständig auszurotten, sondern der auf ein möglichst natürliches Gleichgewicht zwischen Schädlingen und deren Gegenspielern bei gleichzeitig niedrigem Befallsdruck zielt. Direkte Bekämpfungsmaßnahmen aufgrund eines übermäßigen Schädlingsbefalls werden daher erst nach Überschreiten bestimmter Schadschwellen durchgeführt.

Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Ökolandbau: Pflanzenschutz

Der Pflanzenschutz im ökologischen Landbau unterscheidet sich deutlich von den konventionellen Methoden. Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau verbieten den größten Teil der in der konventionellen Landwirtschaft üblichen chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel. Stattdessen ist das Grundprinzip hier, die Gesundheit der Pflanzen durch vorbeugende Maßnahmen zu erhalten und zu fördern. Ökologisch wirtschaftende Betriebe wirken daher vor allem mit abwechslungsreichen Fruchtfolgen, Untersaaten, Sortenwahl, angepasster Düngung, Förderung und Schutz von Nützlingen einem übermäßigen Krankheitsbefall vor. Die gemäß den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zulässigen Pflanzenschutzmittel basieren auf natürlichen Substanzen. Herbizide sind nicht darunter. Die Regulierung von Beikräutern kann thermisch oder mechanisch erfolgen. Insgesamt zielt die ökologische Bewirtschaftung nicht auf eine vollständige Befallsfreiheit von Schädlingen und Beikräutern. Vielmehr sollen Schädlinge und Beikräuter unterhalb eines wirtschaftlichen Schadniveaus bleiben.

Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Ökolandbau: Obstanlage

In allen großen Obstanbaugebieten Deutschlands und für viele Obstbaubetriebe stellt der Apfel die Haupt-Kultur dar (rund 50 % aller Obstflächen und 90 % aller Kernobstflächen). Zum einen ist der Apfel beim Verbraucher beliebt und er lässt sich in allen Regionen und Standorten erfolgreich anbauen. Mit einem Verbrauch von rund 26 Kilogramm pro Kopf und Jahr ist der Apfel unangefochten das Lieblingsobst der Deutschen. Etwa 15 % aller Apfelanlagen werden ökologisch bewirtschaftet, was einer Anbaufläche von 4.700 Hektar entspricht (Zahlen für das Jahr 2012, Quelle: www.destatis.de)

Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Ökolandbau: Tierzucht

Die gezielte Auswahl von Tieren zur Fortpflanzung ist, im Hinblick auf spezifische Eigenschaften, die in der Weiterverarbeitung und Direktvermarktung unmittelbare Bedeutung haben, stets ein Kompromiss zwischen dem Zuchtziel und den organisatorischen Möglichkeiten. Auch in der Tierzucht für die ökologische Tierhaltung ist dies so. Diese steht noch am Anfang, aber erste Ansätze sind bereits vorhanden. Im Vergleich mit der konventionellen Tierzucht hat es eine spezifische Rassen- und Zuchtauswahl im Ökolandbau bisher nicht gegeben. Die ökologische Tierzucht steckt daher erst in den Anfängen. Im Ökolandbau werden in der Regel die gleichen Rassen eingesetzt, wie sie in der konventionellen Tierhaltung üblich sind. Die in der ökologischen Haltung wichtige Doppelnutzung (Milch und Fleisch, Eier und Fleisch) der Tiere ist jedoch in der konventionellen Zucht aus wirtschaftlichen Gründen in der Regel nur von untergeordneter Bedeutung. Prinzipien der ökologischen Tierhaltung sind die Rassezucht, der Natursprung, die Ablehnung biotechnologischer Vermehrungspraktiken (künstliche Besamung ist aber erlaubt) und die standortangepasste und langlebige effiziente Nutzung der Tiere.

Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Ökolandbau: Kreislaufwirtschaft

Mit dieser Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler Kreisläufe in der Natur erkennen und verstehen lernen. Der möglichst geschlossene Betriebskreislauf des ökologischen Landbaus ist hierfür ein hervorragendes Beispiel. Nach dem Vorbild der Natur ist das Ziel, den ökologischen Betrieb als ganzheitliches System so zu bewirtschaften, dass möglichst geringe Zufuhren (Wasser, Energie, Nährstoffe, …) von außen nötig sind, ohne dass Mangelzustände bei Nutztieren und -pflanzen entstehen. Besonders wichtig ist es, umweltschädliche Verluste an wertvollen Nährstoffen zum Beispiel durch Nitratauswaschung oder Ammoniakausgasung zu vermeiden.

Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Ökolandbau: Sortenvielfalt

Die Wahl geeigneter Pflanzensorten ist in allen Bereichen des Gartenbaus entscheidend. Im Gemüsebau spielen neben Kriterien wie Geschmack und Aussehen heute vor allem Resistenzen gegenüber Krankheiten und Schädlingen und höchstmöglicher Ertrag die wichtigsten Rollen. Ähnlich wie in der Landwirtschaft gibt es auch hier überregional und zum Teil international tätige Firmen, die sich auf die Herstellung solch hochspezialisierter, jedoch in der Regel durch den Käufer nicht nachbaufähiger Pflanzen ausgerichtet haben. Dies hat zur Folge, dass viele Sorten, zum Teil alte oder seltene Nutzpflanzen, nach und nach vom Markt verschwinden. Im Bereich des ökologischen Gartenbaus gibt es jedoch einige Betriebe, die sich dieser Entwicklung entgegenstellen und mit verschiedenen Maßnahmen versuchen pflanzengenetische Ressourcen zu erhalten.

Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Ökolandbau: Tierhaltung

Im Ökolandbau ist die Tierhaltung eine wichtige Einkommensquelle (rund 50 % aller Umsätze des Ökolandbaus stammen aus der Tierhaltung), sie nutzt Standorte (zum Beispiel Grünland), Pflanzen (zum Beispiel Gräser) und Pflanzenreste (Erntereste, Lebensmittelreste), die ansonsten für die menschliche Ernährung nicht genutzt werden können und ist besonders im Ökolandbau ein wichtiges Bindeglied für den Nährstoffkreislauf im Betrieb. Zusätzlich ist sie für Hofkunden attraktiv. Wichtige Nutztiere sind die Raufutterfresser (Herbivoren: Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde) und die Allesfresser (Omnivoren: Schweine und Geflügel) sowie die Bienen und Fische, für die es jeweils spezielle Haltungsvorschriften gibt. Weiterhin gibt es noch andere Nutztierarten auf vielen Biobetrieben (Damwild, Kaninchen, Hunde, Katzen), die aber in ihrer Bedeutung eher gering und in der Verordnung für den Ökolandbau nicht geregelt sind. Einige Verbände haben Richtlinien auch für diese eher unbedeutenden Tierarten verfasst.

Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Ökolandbau: Grünland

Grünland ist eine dauernde, von zahlreichen Pflanzenarten im Gemisch gebildete Grasnarbe. Es ist durch menschliche Einflüsse entstanden (Rodung und regelmäßige Schnitt- oder Weidenutzung) und - bis auf wenige Ausnahmen - keine natürliche Vegetationsform in Mitteleuropa. Jeder Landwirt sollte seine Wiesen und Weiden als sein Grünfutter-Potenzial betrachten und es zumindest in groben Zügen beurteilen können. Hierunter fällt insbesondere auch Pflege und Erhalt der Grünlandflächen. Der ökologische Landbau geht da mit gutem Beispiel voran. Durch die extensive Bewirtschaftung werden Flora und Fauna der Grünlandflächen erhalten und gefördert. Ökologische Flächen sind artenreicher als konventionell bewirtschaftete. Um eine Artenvielfalt, wie sie auf Magerrasen üblich ist, zu erreichen, müssen in der Regel auch die Ökolandwirtin und der Ökolandwirt noch weitere Extensivierungsmaßnahmen durchführen. Für eine ökonomisch und ökologisch gute Nutzung des Grünlandes sollten 60 bis 70 Prozent wertvolle Gräser, 15 bis 20 Prozent Leguminosen und 15 bis 20 Prozent wertvolle Kräuter im Aufwuchs enthalten sein. Die Gräser dienen dabei als Massebildner, Energieträger und zur Konservierbarkeit; Leguminosen und Kräuter sind Eiweißträger und Mineralstofflieferanten; zudem binden die Leguminosen den Luftstickstoff im Boden. Die genaue Artenzusammensetzung richtet sich hierbei nach den Standortverhältnissen, der Düngung, der Nutzungsintensität und -weise. Unerlässlich für die Betrachtung des Grünlandes und für eine Neuansaat ist die Art der Nutzung, das heißt findet eine reine Schnittnutzung statt oder wird auch beweidet.

Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Ökolandbau: Fruchtfolge

Die Gestaltung einer abwechslungsreichen Fruchtfolge (Fruchtwechsel auf einer Fläche) ist eine der zentralen Methoden des ökologischen Ackerbaus, um innerbetriebliche Nährstoffkreisläufe zu haben und das Beikraut besser kontrollieren zu können. Diese muss dabei natürlich auch den ökonomischen und sonstigen innerbetrieblichen Bedürfnissen gerecht werden. Übliche Fruchtfolgen im Ökolandbau haben 6 bis 10 Glieder. Diese Methode bringt für die Biolandwirtin und den Biolandwirt sowohl Vorteile als auch Nachteile im Vergleich mit konventionellen Fruchtfolgen, die eher zwei- bis dreigliedrig sind und meistens eine Kultur flächenmäßig dominieren lassen (nach Cross Compliance müssen drei Fruchtarten angebaut werden, wobei keine unter 15 % des Flächenanteils liegen darf).

Arbeitsblatt, Text, Unterrichtsplanung

Logo creative commons

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Ökolandbau: Naturschutzflächen

Die weitverbreitete intensive Landbewirtschaftung durch Gartenbau und Landwirtschaft führt weiterhin zum Rückgang der Artenvielfalt von Flora und Fauna, zur Belastung der Böden und Gewässer und zu Erosionen. Die ökologische Bewirtschaftungsweise in Garten- und Landbau steuert hier bereits entgegen, denn einer der Leitgedanken des Ökolandbaus ist das Wirtschaften mit der Natur mit dem Ziel stabiler Systeme, die eine Produktion unter Wahrung der Bedürfnisse der Natur ermöglichen. Daher ist es selbstverständlich, dass ein Ökobetrieb besonderen Wert auf Natur- und Umweltschutz legt und entsprechende Maßnahmen auf seinen Flächen integriert.