schließen

Hinweis: Für einige Nutzer von EDMOND NRW können derzeit Probleme auftreten.
Bitte nutzen Sie die Suche unter www.edmond-nrw.de, bis das Problem behoben ist.

Über die learn:line-Suche werden nun auch Lehrerfortbildungen in einem weiteren Karteireiter gefunden.
Weitere Reiter für Lernorte und Bibliotheksangebote folgen in Kürze.

Nachrichtenkompetenz

PublicDomainPictures CC0 Quelle: pixabay Fake News, Hoaxes, Clickbait, Social Bots, Hate Speech – schon allein die Begrifflichkeiten sind verwirrend. Im „postfaktischen Zeitalter“ werden wir mit Nachrichten und Informationen geradezu überflutet. Neben seriösen Nachrichten stehen politische Agitation oder kommerzielle Werbung. Virtuelle „Freunde“ versuchen uns zu beeinflussen. Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit findet Diskriminierung und Hetze statt. Bilder werden manipuliert oder aus dem Zusammenhang gerissen.

Diese Informationsflut ist nicht neu, erfährt aber zunehmend an Beachtung. Nicht erst im Zusammenhang mit der letzten US-Wahl oder den anstehenden Wahlen 2017 wird der Ruf nach Gegenmaßnahmen immer lauter. Technische Maßnahmen sind denkbar - künftig könnten Computerprogramme helfen, Falschmeldungen zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Auch Facebook Deutschland hat das Essener Recherchebüro "correctiv" engagiert, um Fake News künftig zu kennzeichnen. Hierzu muss ein Beitrag jedoch erst gemeldet werden. Gleiches gilt für beleidigende Posts. 
Es wird also immer in der Eigenverantwortung eines jeden einzelnen Menschen bleiben, sich kritisch mit Nachrichten und deren Echtheit auseinanderzusetzen. Damit wird die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz immer bedeutsamer.

Dieses Themenfeld enthält Links zu Unterrichtsmedien für verschiedene Schulstufen und zu weiterführenden Informationen. Einen Überblick können Sie sich im unten stehenden Glossar verschaffen.

Da das Thema derzeit rege diskutiert wird, erscheinen nahezu täglich neue Materialien. Wir sichten weiterhin und sind für Tipps und Hinweise dankbar!

Glossar

Bildbearbeitung

Die Bearbeitung von Bildern ist kein neues Phänomen. Ein berühmtes Beispiel ist das Bild vom Terrorakt in Luxor 1997, bei dem eine Wasserlache blutrot eingefärbt wurde, um die Dramatik des Bildes zu erhöhen. Auch die Wahl des Bildausschnitts kann die Aussage verändern. Ein Bespiel hierfür ist das Bild, das zwei US-Soldaten mit einem irakischen Soldaten zeigt. Der Soldat links im Bild hält dem Iraker eine Waffe an den Kopf, der Soldat auf der rechten Seite reicht ihm Wasser. Je nach Wahl des Ausschnitts entsteht eine völlig andere Aussage. Es kommt auch vor, dass Bilder komplett gestellt sind. Für das Bild vom Aufstellen der Flagge auf der japanischen Pazifikinsel Iwo Jima 1945 wurde diese Handlung nachgestellt. Auch unbearbeitete Bilder können durch die Wahl der Perspektive, des Winkels und des gezeigten Motivs die Wirkung von Nachrichten beeinflussen. 

Clickbait

Clickbaits sind übersetzt Klick-Köder. Eine Überschrift, die geschickt die Neugier der Lesenden weckt, soll zum Klick auf eine Website animieren. Diese Portale erhalten durch größere Klickzahlen mehr Werbeeinahmen und haben deshalb ein finanzielles Interesse an zahlreichen Besuchen ihrer Websites. Zu den Tricks zählen Übertreibung oder Andeutungen, die Lesende bewusst täuschen sollen („So steht es tatsächlich um die Gesundheit von XY“ – „Person XY ist gesund.“) oder zum Spekulieren verleiten („Eine dieser vier Serien wird abgesetzt“). Auch die Vorwegnahme von Emotionen oder die Anpreisungen einzelner Bilder („So rührend! Bei Bild 7 musste ich weinen.“) sind gängige Praktiken. Clickbaiting ist nicht grundsätzlich gefährlich. Man unterstützt durch die Klicks jedoch indirekt Portale, die zumindest eine fragwürdige Art des Journalismus praktizieren und die belanglose Geschichten zu bedeutsamen Nachrichten stilisieren.  

Fake News/Hoaxes

In Abgrenzung zur Falschmeldung sind Fake News mit Absicht produziert. Diesem Vorgehen liegen oft finanzielle oder politische Interessen zu Grunde. Verbreitet werden sie häufig im Netz, besonders in den sozialen Netzwerken. Während der Begriff „Fake News“ erst seit relativ kurzer Zeit gebräuchlich ist, sind Hoaxes ein bekanntes Phänomen. Meist als Kettenbrief werden erfundene Geschichten verbreitet. Der Inhalt dieser Nachrichten bedient ein breites Spektrum: Von „Glücksbriefen“ über falsche Warnungen vor Computer-Viren oder Radarfallen in Leitpfosten bis hin zu urbanen Legenden wie Kindesentführungen im Einkaufszentrum durch Organhändler sind Hoaxes oft eher harmlos. Doch auch hier nehmen politische Inhalte zu. Die Warnungen vor Kindesentführungen werden mit Herkunftsländern der angeblichen Täter ergänzt, wodurch Vorurteile und Ängste geschürt werden. Die Abgrenzung zwischen versehentlich produzierten Falschmeldungen und Fake News fällt schwer. Ein Indikator kann der Umgang des Mediums mit inkorrekten Meldungen sein. Werden falsche Meldungen offen korrigiert oder versuchen Herausgebende den Fehler zu verschleiern?

Fake Profile

In sozialen Netzwerken werden fingierte Profile angelegt. Hierbei wird manchmal die Identität einer existierenden Person genutzt und sogar bestehende Profile kopiert. Manchmal werden Personen erfunden und Profile unter Phantasienamen angelegt. Für Schlagzeilen sorgte kürzlich das fingierte Profil eines nicht existierenden Grünen-Mitglieds. Bei diesem Vorgehen spielen zunehmend wirtschaftliche und politische Interessen eine Rolle. 

Falschmeldungen

Falschmeldungen sind Publikationen, die unabsichtlich sachliche Fehler enthalten. Dabei kann es sich neben fehlerhaften Texten auch um Bilder oder Filmbeiträge handeln. Gründe hierfür können in einer unklaren Faktenlage oder Mängel in der Recherche liegen. 

Hate Speech

Unter Hate Speech werden abwertende, menschenverachtende und volksverhetzende Sprache und Inhalte verstanden, durch die die Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten werden. Dieses Phänomen tritt auch außerhalb des Internets auf. Durch die relative Anonymität und die technischen Möglichkeiten durch Social Bots o.ä. ist Hate Speech hier aber besonders verbreitet. Hate Speech wird nicht immer verbalisiert, sondern kann auch durch Bilder bzw. einen Zusammenhang von Bildern und Texten geäußert werden. Diese subtilere Form der Hassrede ist technisch schwieriger zu entdecken.  

Satire

Es existieren zahlreiche satirische Internetseiten oder Fernsehsendungen mit Nachrichtencharakter. Diese gehören nicht zu den Fake News. Durch den Grad an Übertreibung oder Hinweise auf den Websites ist der satirische Charakter erkennbar. 

Social Bots

Als Social Bots werden Programme bezeichnet, die mit Fake-Profilen in sozialen Netzwerken auf bestimmte Schlüsselwörter reagieren und programmierte Botschaften abgeben. Der Zweck dieser Bots liegt darin, Werbung und politische Propaganda zu verbreiten und auch die Zahl von „Followern“ oder „Freunden“ in sozialen Netzwerken zu erhöhen. Es gibt allerdings auch harmlose Bots, die beispielsweise automatisiert Bilder generieren und posten. 


 
 
nach oben

© 2015 Medienberatung NRW
Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf